Ford Motor Ibérica

Ebro

Schon 1906 kauft Don Eduardo Chalaux aus Barcelona als erster Spanier einen Ford N. 1907 eröffnet Ford eine Niederlassung in der spanischen Hafenstadt Cadiz, die Fahrzeuge für die iberische Halbinsel importiert.

Ford Cadiz
Ford Cadiz

Am 2. Juni 1920 wird die Ford Motor Co. SAE mit einem Startkapital von 500.000 Peseten gegründet. In dem Bestreben, ein neues Werk für die Belieferung der südeuropäischen Märkte zu bauen, schlug Ford die Errichtung einer neuen Fabrik in Bordeaux vor. Die französischen Behörden zeigten sich nicht kooperativ, und so wurde statt dessen ein Montagebetrieb in Santa Maria, dem Freihafen der spanischen Stadt Cadiz, eröffnet - in einer ehemaligen Weinbodega. Man beginnt mit der Montage von T-Modellen, TT-Lkws und Fordson Traktoren. Im ersten Jahr sollen 2.000 Fahrzeuge, die zerlegt in Kisten aus USA geliefert wurden, gebaut werden, im zweiten schon 5.000. Doch diese Zahlen wurden nie erreicht, hohe Abgaben und Streiks minderten den Ausstoß, das Werk blieb aber dennoch profitabel. Ein T-Modell kostete in Spanien damals viereinhalb mal soviel wie in Detroit (4.700 - 6.200 Peseten), war aber immer noch viel preiswerter als die heimischen Hispano-Suiza.

Modell-Y als Preis für die Miss Espana 1932
Modell-Y "Forito" als Preis für die Miss Espana 1932

Bereits 1923 verlagert man die Fertigung nach Barcelona in die Avenida Icària, da es in Cadiz immer wieder zu Streiks und Qualitätsproblemen gekommen ist. 1924 beträgt der Fließband Ausstoß rund 100 Fahrzeuge täglich bei 350 Mitarbeitern. Man montiert weiterhin LKW, Busse und Traktoren, aber auch zerlegte A-Modelle und ab 1932 Y-Modelle. 1929 wird die Firma in eine Aktiengesellschaft unter dem Namen "Ford Motor Ibérica SA" umgewandelt.

In den Jahren 1922 - 1925 bauten die Brüder Vizcaya in Barcelona ihren Otro-Ford (Spanisch für „anderen Ford“). Das Fahrgestellt basierte auf dem des T-Modells, wies aber längs montierte Blattfedern und eine andere Karoserie auf, um den Wagen moderner wirken zu lassen.

1935 erreicht Ford in Spanien 30% Marktanteil, dabei kam rund die Hälfte eines Ford aus heimischer Produktion. Exportiert wurde nach Portugal und Gibraltar, sowie den zu Spanien gehörenden Inseln im Atlantik und Mittelmeer. Als "Modelo 10" montierte man einen Zwitter aus dem deutschen Eifel und dem englischen Model CX. 1936 entscheidet man sich zum Bau eines neuen Werks im Freihafen von Barcelona. Nur zwei Wochen nach Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs wurde die Fabrik von regierungstreuen Republikanern besetzt und hielt sich mühsam über Wasser, bis Barcelona 1939 von Francos nationalistischen Truppen eingenommen wurde.

Ebro C-Serie
Ebro C-Serie

In der Zeit zwischen dem spanischen Bürgerkrieg und dem Zweiten Weltkrieg nimmt man die LKW Fertigung trotz Materialknappheit wieder auf, auch Ersatzteile werden geliefert um Vorkriegsfahrzeuge fahrbereit zu halten. Franco mochte Ford jedoch nicht, da Ford ihn im Gegensatz zu GM und Chrysler während des Bürgerkriegs nicht unterstützt hatte. Allerdings wurden knapp 6.000 englische Ford während des Bürgerkriegs über Portugal in das besetzte Spanien verschifft und ein Ford LKW diente Diktator Franco im Krieg als rollende Kommandozentrale. Nach Kriegsende nahm Ford die LKW Produktion in bescheidenem Umfang wieder auf, erzielte aber nur Verluste bis die neue Marke "Ebro" für Nutzfahrzeuge und Traktoren gegründet wurde. Nun baute man den englischen Fordson Thames LKW als Ebro 7V in Lizenz, anfangs noch mit komplett aus England angelieferten Teilen. Das Ford Werk Dagenham liegt an der Themse, Köln am Rhein und Barcelona am Ebro - ein sehr passender Markenname also. Nachfolger werden die Ebro B-35 und B-45 mit kleineren Rädern und einer kürzeren Schnauze. Die Serien D und E hatten dann schon eine Kippkabine.
Im Mai 1954 wird der Betrieb verstaatlicht, Ford verkauft seine spanischen Betriebe an Motor Iberica, hält aber bis 1965 über Ford England die Beziehungen aufrecht.

Ebro Diesel
Ebro Diesel mit Ford Lizenz

FADISA, ein Betrieb der Produkte von Alfa-Romeo, AVIA, Perkins, AISA in Lizenz, aber auch SIATA Lieferwagen und Jeeps unter der Marke VIASA-EBRO baut, wird erworben. 1966 erwirbt der kanadische Massey-Ferguson Konzern 32% der Anteile und beginnt mit der Montage von leichten Nutzfahrzeugen. 1979, auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise, tritt Massey-Ferguson seine Motor Ibérica Anteile an Nissan ab. 1981 kontrolliert Nissan schon 55% der Anteile und beginnt in Spanien mit dem Bau des Patrol Geländewagens und der Vanette. Die Landmaschinen Sparte wird abgestoßen und fungiert unter "Ebro Kubota" weiter. 1987 wechselt die Firma erneut den Namen in "Nissan Motor Ibérica SA". Fahrzeuge werden immer noch in Barcelona gebaut. Zu ihnen gehörte auch der 1993 vorgestellte Ford Maverick Geländewagen, ein Nissan Terrano I mit Ford Pflaume.

Das Kapitel Ford Spanien erreicht 1976 in Almussafes bei Valencia seinen Höhepunkt, als dort in einem komplett neu gebauten Werk die Produktion des Fiesta begann. Ende der 70er Jahre wird auch Cadiz wieder ein Standbein, von dort wurden nun elektrische und elektronische Komponenten geliefert.

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