„Die
aerodynamische Linie des neuen Taunus 17M ersetzt die bisherige
Trapezform ….“: mit diesen Worten begann die Ford-Presseerklärung im
Oktober 1960 zur Vorstellung des neuen Taunus 17M, intern P3
bezeichnet. Es war die Abkehr von der vom italienischen Designer
Pininfarina geschaffenen kantigen Trapezform. Ford bewies mit seiner
Hinwendung zur legendären Stromlinienform Mut zum Risiko. Der
Volksmund reagierte sehr anschaulich mit der Bezeichnung „Badewanne“
auf den Schritt von Ford hin zur neuen Sachlichkeit, der „Linie der
Vernunft“. Und Ford selbst argumentierte: „Klarheit und Verzicht auf
überflüssige Chromornate zeichnen die zwei- und viertürige Limousine
sowie den Großraumwagen Turnier aus.“ Folgen
dieses Schrittes weg von der barockartigen Formensprache des
Vorgängers waren nicht nur ein um 20% gesenkter Benzinverbrauch (auf
ca. 10 Liter), sondern auch bessere Beschleunigungswerte (0-100 km/h
in 23,5 Sekunden) und eine größere Höchstgeschwindigkeit (130 km/h).
Der Luftwiderstandsbeiwert der windschnittigen Karosserie lag mit 0,40
Cw fast auf Porsche 356 Niveau (0,396 Cw). Angesichts des damals
großen Nachholbedarfs bei PKW in der noch jungen Bundesrepublik war
der P3 ein Schritt in die richtige Richtung für Ford: Lange
Wartezeiten auf Neufahrzeuge und Rekord-Zulassungszahlen waren die
Folge, woraufhin Ford 1962 mit dem Neubau des Werkes in Genk/Belgien
reagierte.
Mit
seiner schönen Zweifarbenlackierung in „Faltergelb“ mit schwarzem Dach
beeindruckt das Design noch heute. Das gilt für die äußere Linie
ebenso, wie für die etwas eigenwillige Innenraumgestaltung des
Zweitürers mit einer starren vorderen Sitzbank und Einzellehnen für
Fahrer und Beifahrer. Besonderheit der Karosserie ist die am Boden
angeschlagene Heckklappe mit versenkbarer Scheibe, die sogenannte
„Campingklappe“: zum Öffnen muss die Heckscheibe zunächst
heruntergekurbelt werden, um dann den Kofferraum zu beladen.
Alternativen dazu waren die „normale“ Klappe (nach oben) und die Tür
zur Seite (Kühlschranktür). Zunächst gab es bei diesem Modell auch
noch hochgesetzte Rückleuchten, die bei der Modellpflege 1963 in
einigen Märkten aufgegeben wurden, so auch bei diesem 17M Turnier mit
Erstzulassung im April 1964. Außerdem ist eine Westfalia
Anhängerkupplung verbaut. Das Fahrzeug fuhr bis 1998 in Frankreich und
wurde über die Jahreswende 1999/2000 nach Deutschland geholt, vom
heutigen Besitzer erworben und von Anfang 2000 bis in den April 2004
hinein restauriert.