Taunus
17m "Badewanne"
Bauzeitraum: 1960 – 1964
Erstzulassung: 04/1964
Motor/Hubraum: 4-Zylinder Reihenmotor mit 1.498 ccm
Leistung: 55 PS / 40 kW
„Die aerodynamische Linie des neuen Taunus 17M ersetzt die bisherige
Trapezform ….“: mit diesen Worten begann die Ford-Presseerklärung im
Oktober 1960 zur Vorstellung des neuen Taunus 17M, intern P3 bezeichnet.
Es war die Abkehr von der vom italienischen Designer Pininfarina
geschaffenen kantigen Trapezform. Ford bewies mit seiner Hinwendung zur
legendären Stromlinienform Mut zum Risiko. Der Volksmund reagierte sehr
anschaulich mit der Bezeichnung „Badewanne“ auf den Schritt von Ford hin
zur neuen Sachlichkeit, der „Linie der Vernunft“. Und Ford selbst
argumentierte: „Klarheit und Verzicht auf überflüssige Chromornate
zeichnen die zwei- und viertürige Limousine sowie den Großraumwagen
Turnier aus.“
Folgen dieses Schrittes weg von der barockartigen Formensprache des
Vorgängers waren nicht nur ein um 20% gesenkter Benzinverbrauch (auf ca.
10 Liter), sondern auch bessere Beschleunigungswerte (0-100 km/h in 23,5
Sekunden) und eine größere Höchstgeschwindigkeit (130 km/h). Der
Luftwiderstandsbeiwert der windschnittigen Karosserie lag mit 0,40 Cw
fast auf Porsche 356 Niveau (0,396 Cw). Angesichts des damals großen
Nachholbedarfs bei PKW in der noch jungen Bundesrepublik war der P3 ein
Schritt in die richtige Richtung für Ford: Lange Wartezeiten auf
Neufahrzeuge und Rekord-Zulassungszahlen waren die Folge, woraufhin Ford
1962 mit dem Neubau des Werkes in Genk/Belgien reagierte.
Mit seiner schönen Zweifarbenlackierung in „Faltergelb“ mit schwarzem
Dach beeindruckt das Design noch heute. Das gilt für die äußere Linie
ebenso, wie für die etwas eigenwillige Innenraumgestaltung des
Zweitürers mit einer starren vorderen Sitzbank und Einzellehnen für
Fahrer und Beifahrer. Besonderheit der Karosserie ist die am Boden
angeschlagene Heckklappe mit versenkbarer Scheibe, die sogenannte
„Campingklappe“: zum Öffnen muss die Heckscheibe zunächst
heruntergekurbelt werden, um dann den Kofferraum zu beladen.
Alternativen dazu waren die „normale“ Klappe (nach oben) und die Tür zur
Seite (Kühlschranktür). Zunächst gab es bei diesem Modell auch noch
hochgesetzte Rückleuchten, die bei der Modellpflege 1963 in einigen
Märkten aufgegeben wurden, so auch bei diesem 17M Turnier mit
Erstzulassung im April 1964. Außerdem ist eine Westfalia
Anhängerkupplung verbaut. Das Fahrzeug fuhr bis 1998 in Frankreich und
wurde über die Jahreswende 1999/2000 nach Deutschland geholt, vom
heutigen Besitzer erworben und von Anfang 2000 bis in den April 2004
hinein restauriert.