Ford Taunus (G93a, G73a)

Baujahre: 1939-1952
Werke: Köln-Niehl und Riga (Lettland)
Stückzahl: 7.100 bis 1942 und noch einmal 74.128 nach dem Krieg
Motor: 1,2 Liter Vierzylinder Seitenventil Motor mit 34 PS

Taunus 1939
Taunus 1939

Beim G93A taucht ab Juni 1939 erstmalig der Name "Taunus" auf. Ursprünglich als 1,5 Liter Mittelklassemodell zwischen dem 1,2-Liter Eifel und den großvolumigen Vier- und Achtzylindern konzipiert wäre der Wagen sicher erfolgreicher geworden. Doch die politische Lage bescherte dem Eifel das Ende und dem Taunus dessen Motor. Mit den in die Kotflügel eingelassenen Scheinwerfern lehnt sich die Optik stark an den Lincoln Zephyr an. Trotz amerikanischem Design war der Taunus die erste komplette Eigenentwicklung der deutschen Ford Werke.

Taunus Cabriolet Karosserie Deutsch
Vorkriegs-Taunus Cabriolet Einzelstück, Karosserie Karl Deutsch

Der vom Eifel fast unverändert übernommene Vierzylinder SV Reihenmotor lieferte bei 4.250 U/min 34 PS aus 1,2 Litern und wurde mit Thermosyphonkühlung (ohne Wasserpumpe) und Dreigang Schaltgetriebe im Taunus verbaut. Zwischen 1939 und 1942 liefen gerade 7.100 Exemplare vom Kölner Band. Auch im lettischen Riga wurde eine kleine Anzahl des Taunus als Ford-Vairogs montiert.

Nach Kriegsende waren Rohstoffe knapp, Werkzeuge und Zeichnungen im Kölner Werk zum Teil verloren gegangen. So mußte erst ein Vorkriegs-Taunus beschafft und zerlegt werden, ehe die Ingenieure wieder alle notwendigen Zeichnungen erstellt hatten. 1948 wurde der Taunus G73A mit allerlei Verbesserungen auf der Hannover-Messe vorgestellt und fortan in wesentlich höherer Stückzahl gebaut. Man bekam den Taunus jetzt in fünf Farben mit Ausstellfenstern vorn, Zweispeichenlenkrad, breiteren Reifen, Querstabilisator vorne, verbessertem Vergaser, auf die Außenfarbe abgestimmten, weicheren Sitzen und Feststellern für Motorhaube und Kofferraumklappe. Interessanterweise kamen dabei anfangs auch einige Blech-Preßteile aus dem VW-Werk in Wolfsburg.

74.128 verkaufte Nachkriegs-Buckel konnten dem Opel Olympia oder gar dem VW Käfer nicht das Wasser reichen, dennoch war er wegen seiner guten und soliden Verarbeitung beliebt. Die Variationsbreite des wegen der Heckform auch 'Buckel-Taunus' genannten Wagens war schon damals aufgrund zahlreicher Sonderaufbauten beträchtlich. Nach dem Taunus Standard folgte 1950 der Taunus Spezial mit breitem Kühlergrill und in modernisierter Ausführung. Das Design mit den kleinen Fenstern und hoher Gürtellinie zeigt amerikanische Verwandtschaft.

Taunus de-luxe 1951
Taunus de-luxe 1951

Die Spezial-Limousine von 1949 gab es mit verbesserter Ausstattung: hintere Aufstellfenster, Armlehnen, verstellbaren Fahrersitz, beleuchteter Motorraum und verschliessbarer Tankdeckel. Den Taunus gab es in verschiedenen Cabrio Versionen. Taxi-Unternehmer konnten sich ab 1950 sogar für einen Sechssitzer mit vier Türen und längerem Radstand entscheiden. Für die Polizei produzierte man eine türlose Kübelwagen-Variante und 1951 wurde noch eine "de Luxe"-Version mit Lenkradschaltung auf die Zielgerade geschickt. Neu waren bei Ford auch die ersten Metallic-Lacke, der Farbe "Fischsilber" wurden tatsächlich echte Fischschuppen untergemischt.

Die hinten fensterlose Kombivariante wird ab 1949 als „Schnell-Lieferwagen” (G73C) vermarktet. 1950 war das Jahr des Kombi, den Plasswilm baute. Er stand mit 7.580 Mark in der offiziellen Ford-Preisliste. Der Kombi hatte einen Holzaufbau, später gab es ihn auch als eleganten Ganzstahl- Kombiwagen der Karosseriewerke Weinsberg: Nutzlast 500 kg, Radstand 2.387 mm, Verbrauch ca. 9 Liter/100 km, Höchstgeschwindigkeit 95 km/h. Zuvor hatte schon Karmann einige Kombis gefertigt. Insgesamt kamen von Ford zwischen 1950 und Ende 1951 rund 11.300 Kombis und Kastenwagen. 74.128 Exemplare des Nachkriegs-Buckel liefen insgesamt vom Band, im Export teilweise auch als "Taunus 10m" oder "Ford Vier" mit entsprechend geänderten Emblemen. 

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