Ford B3000(S), V3000S, V3000A

(G398TS, G388TS/TG, G188TS, G189TA, G189TS, G618T)

Baujahre:  G198TS und G188TS: 1941-1943 (Lüfter auf Kurbelwelle montiert, Verteiler vorne)
                     G398TS und G388TS: 1943-1948 (Lüfter und Kühler höher gelegt, Verteiler hinten)
Stückzahl: 24.110 aus deutscher Produktion (Köln-Niehl und Berlin-Johannisthal)
Motor: G61T 3,9 Liter Seitenventil V8 Benzinmotor mit 95 PS bzw. 3,2 Liter Vierzylinder Benzinmotor für den Typ B3000 mit 52 PS (40 PS im Holzgasbetrieb)
Kraftübertragung: 4- und 5-Gang Getriebe mit Heckantrieb, V3000A: Allrad Antrieb mit Reduktionsgetriebe

Ford V3000S Nr.5000
V3000S Nr.5.000 - späte Ausführung mit Einheitsführerhaus, Lüftungsschlitzen in der Motorhaube, vereinfachten Kotflügeln und den kleinen Scheinwerfern

Auch diese Baureihe wurde ursprünglich noch in den USA entwickelt und weltweit gebaut. In den von den Achsenmächten kontrollieren Gebieten Frankreich, Belgien, Italien, Spanien und Rumänien liefen ebenfalls fast baugleiche LKW vom Band. In den Commonwealth Ländern Kanada, Australien und Grossbritannien (als "WOC1 light truck") gab es sogar 3-achsige 6x4- und 6x6-Typen mit Allradantrieb von Marmon-Herrington (andere Frontscheibe und z.T. in die Kotflügel integrierte Scheinwerfer).  So kam es zu der kuriosen Situation, daß die Ford LKW beiderseits der Fronten verwendet wurden und sog. "Beute"-Fahrzeuge sogar mit passenden Ersatzteilen versorgt werden konnten. Ford Köln stellte dazu Anweisungen zum Umbau von englischen, französischen und amerikanischen V8 LKW zusammen, aus denen auch hervorging welche Teile wo passen. Die Vierzylinder waren nicht für den Fronteinsatz gedacht.

Die Wehrmachts LKW mit ihren Westfalia Pritschen wurden aus Materialknappheit während des Krieges immer weiter vereinfacht. Zuerst wurden die Kotflügel verkleinert um Blech zu sparen, dann kamen sog. "Einheits-Führerhäuser" aus Pressholz und simple Stoßstangen zum Einsatz. Zum Schluß wurden auch noch kleinere Scheinwerfer verwendet, da man zum Schutz vor Fliegerangriffen eh verdunkelt fahren mußte. Die Kühlung der V8 Motoren (insb. bei Kolonnen- und Geländefahrt in Nordafrika) war stets ein Problem, daher waren die späteren Versionen mit zusätzlichen Öffnungen in der Motorhaube und einem höhergelegten und vergrößerten Kühler ausgestattet, was auch die Wattiefe erhöhte. Im russischen Winter bei unter -40 °C kämpfte man dagegen mit startunwilligen Motoren. Mittels einer Lötlampe wurde der Ansaugkrümmer vorgeheizt. Leicht verdunstender Anlasskraftstoff konnte über einen Hahn zum Starten genutzt werden und selbst die Batterie wurde in einer Holzkiste von zwei Petroleumlampen gewärmt. Für den Anhängerbetrieb mußte der Rahmen verstärkt werden, kam es doch häufig zu Rissen im Bereich der Anhängerkupplung.

Eine Sonderstellung nimmt das Halbketten Fahrzeug "Maultier" ein. Zumindest als Prototyp existierten wohl 1943/44 auch in Deutschland Frontlenker mit Allradantrieb vom Typ G198 TWA.
Die Frontlenker Allrad Version V3000A wurde in nur 758 Exemplaren hauptsächlich von der Wehrmacht in Norwegen eingesetzt und erinnert stark an die amerikanischen COE (cab over engine) LKW.
Nach Kriegsende wurde schnell mit der Produktion der zum Wiederaufbau dringend benötigten Fahrzeuge begonnen, diese bekamen dann auch endlich Stoßdämpfer für die Vorderachse, behielten aber zunächst noch die aus Kriegszeiten bekannten Hartfaser Führerhäuser. Vom Kriegsende im Mai 1945 bis zum Jahresende lieferte Ford Köln immerhin 2.443 LKW, zumeist an die Besatzungsmächte.

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