Ford GT70

Baujahre: 1970-71, Stückzahl: 6 (inkl. Ghia Konzeptstudie)
Motoren:  
1600 GT:  Kent Reihen-Vierzylinder, 1.599 ccm, 86 PS
1600 RS:  Vierventil BDA Reihen-Vierzylinder, 1.601 ccm, 120 PS
2600: V6 "Cologne", 2.520 ccm, 125 PS (einige Quellen sprechen auch von einer 2,3 Liter V6 Version)
3000: V6 "Essex", 2.994 ccm, 128 PS
Kraftübertragung: ZF 4DS10 4-Gang od. ZF 5DS25 5-Gang (später Hewland) Schaltgetriebe, Heckantrieb mit Sperrdifferential

Ford GT70
Ford GT70

Der GT70 geht auf eine Idee von Ford Motorsportdirektor Stuart Turner, Jochen Neerpasch und Werks-Rallyefahrer Roger Clark zurück. Angeblich sollen sie auf dem Rückflug von der Rallye Monte Carlo mit der werkseigenen FordAir Maschine das Projekt konzipiert haben. Sie erkannten, daß der Escort in Zukunft nicht mehr gegen Rallyeautos vom Schlag der Renault Alpine oder Porsche 911 konkurrenzfähig sein würde.

Zusammen mit Walter Hays, zuständig für Fords Öffentlichkeitsarbeit, wurde entschieden einen leichten und einfach gebauten, zweisitzigen Mittelmotorwagen zu entwerfen. Dabei sollten möglichst viele Serienkomponenten (hauptsächlich vom Zodiac) übernommen werden.

Innenraum GT70
Innenraum GT70

Len Bailey, schon am GT40 beteiligt, bekam den Auftrag für die Entwicklung. Rallyefahrer wie Roger Clark, Hannu Mikkola und Timo Mäkinen lieferten wichtige Ideen zur Gestaltung des Innenraums.

Ghia GT70
Ghia GT70

Nur sechs Chassis mit Glasfaser Karosserie wurden fertiggestellt, einer davon mit einer Ghia Sonderkarosserie. Dieses Fahrzeug wurde 1971 in Turin präsentiert. Ein weiterer GT70 verblieb als Pressefahrzeug und ein dritter wurde von Gerry Birrell in Goodwood für Fahrtests genutzt.

V6 Mittelmotor
V6 Mittelmotor

Der erste Wagen wurde 1971 mit Kölner 2,6 Liter V6 Motoren bei der Ronde Cevenole Rallye in Frankreich eingesetzt. Zahnschmerzen verhinderten, daß Roger Clark in die Punkteränge vorfahren konnte. Der zweite GT70 wurde von Francois Mazet, zusammen mit dem späteren Ferrari Teamchef Jean Todt bei der Tour de France im selben Jahr gefahren. Leider stoppte eine Brücke in den Alpen ihre Fahrt. Das Handling mit dem schweren Grauguß V6 konnte aber nicht wirklich überzeugen.

Änderungen im Reglement der Rallye Weltmeisterschaft wirkten sich auch auf den GT70 aus. Der Escort wurde mit dem neuen BDA Motor in den 70er Jahren sehr erfolgreich. Zudem konnten sich die Kunden mit einem Serienfahrzeug bessser identifizieren.

Ford GT70 in BP Farben
Ford GT70 der englischen Werkssammlung in BP Farben

Ford Frankreich übernahm die restlichen GT70, Streiks in der englischen Autoindustrie stoppten derweil den Bau weiterer Fahrzeuge. Guy Chasseuil nutzte sie in den Farben von Sponsor BP auf Asphaltrennen in der französischen Meisterschaft 1972/73. Diese GT70 besaßen bereits die BDA Motoren und Hewland Getriebe. Die Wagen wurden dadurch zwar mit ihren 765 kg leichter und handlicher, kämpften aber mit anderen Problemen.

Der neue Star am Rallyehimmel, der Lancia Stratos, basiert zwar auf einem ähnlichen Konzept - war aber deutlich erfolgreicher.

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