Detroit Automobile Company

Henry Ford Company

Baujahre: 12. Januar 1900 - November 1902
Stückzahl insgesamt 10 oder 12 (einige Quellen sprechen jedoch von bis zu 26)

Detroit Automobile Company
Gebäude der Detroit Automobile Company in der Cass Avenue mit einem 'Delivery Van'

Henry Ford's Traum von der Automobil Herstellung hatte zwei Fehlstarts. Der Erste passierte im Jahr 1899, als er mit der Detroit Automobile seine erste Automobilfabrik in der Cass Avenue 1343 im Detroiter Stadtteil Amsterdam gründete. Mit den Investoren - bestehend aus Detroits Bürgermeister William Maybury, William Murray und Senator Thomas Palmer - konnte er 15.000 $ Kapital aufbringen. Ein 60 Meilen-Ritt in Henrys zweitem Auto überzeugte den Holzhändler William Murphy zusammen mit neun Investoren und Henry Ford als Ingenieur die „Detroit Automobile Company“ zu gründen. Und trotzt eines großzügigen Gehaltsangebots um Henry zu binden, verließ er das Edison-Illuminating-Werk, um Autos zu bauen.Der damalige Bürgermeister erkannte schon damals das Wachstumspotential der noch jungen Kraftfahrzeugindustrie und sagte voraus, daß "das Automobil die bestehenden innerstädtischen Transportformen revolutionieren würde". Ford übereignete der jungen Firma seine Patente und bekam im Gegenzug den Führungsposten.
Am 12. Januar 1900 verließ der erste von der neuen Firma und ihren 13 Mitarbeitern fertiggestellte, zweisitzige Lieferwagen die Hallen. Die "Detroit News" äußerte sich positiv über den Wagen.

Delivery Van, ca. 1900
Delivery Van ca. 1900

Bis zum Januar 1901 wurden wohl 12 Fahrzeuge (davon zumindest ein zweisitziger Runabout) auf Bestellung fertig, zu einer echten Serienfertigung ist es nie gekommen. Die meisten Vehikel waren sogenannte 'Delivery Van'Lieferwagen, zu langsam, zu schwer, zu teuer in der Fertigung und von recht schlechter Qualität. Bei jedem der für 1.000 Dollar angebotenen Fahrzeuge setzte die Firma rund 250 Dollar zu. Ford wollte jedoch preiswert in großen Mengen produzieren und zog sich aus der Firma zurück.
Daraufhin wurde die Detroit Automobile Company im Januar 1901 aufgelöst (sie hatte bis dato 86.000 Dollar Verluste eingefahren) um am 3. November sogleich wieder als "Henry Ford Company" aufzuerstehen. Die nun fünfzehn Investoren vertrauten Ford weiterhin und statten ihn mit 28.000 $ Kapital aus.

Ingenieur Henry Leland und sein Sohn Wilfried besichtigten die Einrichtungen der liquidierten Detroit Automobile Company und beschlossen selbst mit dem Bau von Luxus Automobilen zu beginnen. Der 1902 neu entstandene Betrieb wurde nach dem Gründer der Stadt Detroit benannt: Cadillac. So war der erste Cadillac  noch eine Ford Konstruktion und dem Ford Modell-A sehr ähnlich. Neu war bei Cadillac vor allem die uneingeschränkte Austauschbarkeit der Ersatzteile. Ein System, das Ford ursprünglich für die Großserienfertigung ersonnen hatte.

Henry Ford Company Briefkopf 1902
Henry Ford Company Briefkopf 1902 - offensichtlich vertrieb man damals neben kompletten Fahrzeugen auch Zündspulen und "automobile Spezialitäten"

Ford glaubt mit seinen neuen Rennwagen Erfolge einfahren zu können. Mit dem '999' konnte Barney Oldfield sogar einen neuen Geschwindigkeitsrekord erzielen.
Ford hatte sich jedoch mit den wohlhabenden Detroitern überworfen. Die 'Association of Licensed Automobile Manufacturers' versuchte ihn aus dem Geschäft zu drängen, da er keine gültige Hersteller-Lizenz für das Selden Patent besaß. Die daraufhin anhängigen Gerichtsverfahren zogen sich über sechs Jahre hin. Ford verlor den ersten Prozess im Jahr 1909, konnte aber die Berufung im Jahr 1911 gewinnen.

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